In unserem täglichen Leben sind wir zunehmend giftigen Schadstoffen ausgesetzt, die ungewollt in unseren Körper gelangen, dort aber von bestimmten Enzymen erkannt und unschädlich gemacht werden.
Bestimmte Gene sind für die Produktion dieser Enzyme zuständig und ist eines oder sind gleich mehrere dieser Gene defekt, kann unser Körper diese Schadstoffe nicht so effektiv neutralisieren und das Risiko, an Folgekrankheiten zu erkranken, steigt erheblich. Deshalb sind auch Aussagen über andere Krankheitsrisiken unvollständig, solange diese Entgiftungs-Gene nicht in die Auswertung mit einbezogen werden. Solche Gendefekte sind in der europäischen Bevölkerung weit verbreitet und so liegen von Person zu Person oft sehr große Unterschiede in der Entgiftungs-Fähigkeit des Körpers vor.
Diese genetischen Unterschiede erklären zum Teil auch, warum manche 90-Jährigen trotz starkem Rauchen dank guter Entgiftungs-Gene kerngesund bleiben, während andere Menschen mit defekten Genen bereits im Alter von 35 Jahren an Lungenkrebs erkranken. Da jeder Mensch andere Gene in sich trägt, sind auch für jede Person andere Vorsorgemaßnahmen notwendig, um optimaler Gesundheit aufrechtzuhalten.
Da verschiedene Gene für die Entgiftung bestimmter Schadstoffe zuständig sind, werden die Schadstoff-Kategorien einzeln aufgelistet und Ihre Genanalyse-Ergebnisse pro Kategorie ausgewertet.
Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind häufig vorkommende Schadstoffe in der Umwelt, die vorwiegend durch die Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdgas und Erdöl entstehen. Diese Schadstoffe gelangen durch die Nahrung und Trinkwasser, durch die Lunge bei der Atmung von Abgasen sowie durch die Haut in den Körper, wo sie eine Vielzahl von Krebserkrankungen (Lungen-, Kehlkopf-, Hautkrebs sowie Magen- und Darmkrebs bzw. Blasenkrebs) auslösen können. Es gibt eine Reihe von Entgiftungs-Genen, die für die Produktion wichtiger Entgiftungsenzyme verantwortlich sind. Diese Gene binden diese Schadstoffe im Körper und machen sie unschädlich. Sind diese Gene jedoch defekt, können sie ihre Aufgabe nicht richtig erfüllen und eine Belastung durch diese Schadstoffe erhöht das individuelle Krebsrisiko um ein Vielfaches. Deswegen ist es für Personen mit einem Gendefekt sehr wichtig, von ihrem erhöhten Risiko zu wissen, um den Kontakt zu den Schadstoffen zu minimieren und gesund zu bleiben.
Es gibt eine Reihe von Schadstoffen, die in diversen Chemikalien enthalten sind und von bestimmten Entgiftungs-Genen neutralisiert werden.
Die Entgiftungs-Gene 3 (GSTM1), 4 (GSTP1) und 5 (GSTT1) binden und neutralisieren Schadstoffe, die häufig in industriellen Lösungsmitteln, Unkrautbekämpfungsmitteln, Fungiziden oder Insektensprays vorkommen und machen auch giftige Schwermetalle wie Quecksilber, Blei und Cadmium unschädlich. Sind diese Gene funktionstüchtig, können diese Schadstoffe effektiv und ausreichend aus dem Körper gefiltert werden. Sind diese Gene jedoch defekt, kann der Körper nicht ausreichend entgiftet werden und das Risiko, an zahlreichen Krebserkrankungen und dem Erschöpfungssyndrom zu erkranken, steigt erheblich. Zusätzlich sind diese Gene für die Bekämpfung von freien Radikalen (giftigen Stoffen) im Körper zuständig. Wenn diese Gene also defekt sind, sind größere Mengen an freien Radikalfängern wie Beta-Carotin, Vitamin C, Vitamin E und Acetylcystein notwendig.
Deswegen ist es für Träger eines Gendefekts wichtig, von ihrem erhöhten Risiko zu wissen, damit ggf. der Kontakt zu den Schadstoffen minimiert und die Einnahme von Radikalfängern erhöht werden kann.